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Ich möchte Euch auf eine Reise mitnehmen, lehnt Euch zurück und genießt.... Von den kalten Steinen zur warmen, kuscheligen Höhle Vor langer Zeit verlor ein Elternpaar durch widrige Umstände seine Hütte. Es machte sich mit seinen vielen Kindern, vier an der Zahl, auf die Suche nach einem neuen Heim. Und da sie nun schon einmal dabei waren, wollten sie ein richtiges Haus haben, das genug Platz für alle bot und in dem sie sich so richtig heimelig fühlen konnten. Einige Menschen machten ihnen Angebote, aber es waren immer nur einfache Behausungen aus Stein. In den Häusern war keine Seele mehr vorhanden, alle Zimmer sahen gleich aus, schlimmer noch, die Kinderzimmer waren winzige Kammern, gerade groß genug für ein Bettchen. Diese Behausungen waren schnell und lieblos "hochgezogen" worden, Handwerker hinterließen Flüche und Schlimmeres und standen unter enormem Zeitdruck. Niemand konnte verstehen, daß ausgerechnet an diesen belasteten und unwegsamen Orten ein Haus errichtet werden sollte, einzig die Erbauer kannten den Grund: dieses Stück Land war billig. Die Architekten, die sie beauftragten, waren ebenfalls billige Arbeitskräfte, sie hatten das frühere Wissen, wie man Kraftorte gestaltet, schon lange vergessen. So entstanden Häuser aus Steinen, aber ohne Seele.
Die Wichtelmännchen, Feen, Haustrolle und sonstigen Helfer eines beseelten Hauses zogen sich zurück und hinterließen eine kalte Welt ohne Leben. Auch sie wurden sehr unglücklich und suchten verzweifelt nach einer neuen Heimat. Der Vater indessen, wollte seine Suche nicht aufgeben und betete jeden Tag, daß er seiner Familie eine neue Heimat schaffen könnte. Auf seiner Wanderung stieß er durch Zufall auf ein altes, verfallenes Bauernhaus, das durch viele alte Rosensträucher und Efeu umrankt war. Es rief ihn leise zu sich her: "He du, Mann, komm her an meine Tür. Die Vögel trugen Deinen Wunsch zu mir und ich möchte Euch gern in mir wohnen lassen. Auch ich warte schon lange auf Menschen, die mich pflegen und umsorgen, mir Nahrung geben. Meine Feuerstelle ist schon lange kalt. Ich brauche jemanden, der das Feuer hütet. Ich vermisse das Lachen der Kinder und das Schnurren und Bellen der Tiere. An meiner Kochstelle soll es wieder lecker duften nach Gebratenem und Gebackenem. Ich suche Bewohner, die durch die Fenster den Sonnenlauf beobachten und das Haus mit Musik erfüllen. Bitte nimm mich und belebe mich! Eine größere Freude könntest Du mir nicht machen!" Der Vater war ganz glücklich über diese Wendung und eilte schnell zu seiner Frau und seiner Familie, um ihnen die frohe Botschaft mitzuteilen. Schnell packten sie ihre Habseligkeiten und zogen in das alte Bauernhaus ein. Als erstes setzten sie sich in die Mitte des Hauses und kehrten in sich. Viele Bilder stiegen in ihnen auf, vom Leben in diesem Haus aus früheren Zeiten. Alles war hier noch gespeichert. Es hatte einige Geburten begrüßen dürfen, aber auch Krankheiten und Tod erlebt. Und da der Vater und seine Frau noch viel altes Wissen in sich trugen, wußten sie, daß dieses Haus eine spezielle Kräutermischung als Medizin benötigte, um mithilfe des Rauches gänzlich zu vergessen, was hier einmal passiert war. Dann machten sie sich an die weitere Arbeit, beglückt von den schönen, lichtdurchfluteten und kreativ gestalteten Räumen. Mit viel Liebe richteten sie das Haus und den Garten wieder her. Sie nahmen wiederum Kontakt mit dem Hausgeist auf, der ihnen prompt seinen Namen verriet und um Aufgaben bat. Sie übertrugen ihm den Auftrag, immer schön Kontakt zu den Tieren und Pflanzen zu halten, damit sie wachsen und gedeihen könnten. Mit Freude nahm er seine Aufgabe an und erfüllte sie mit großem Ernst. Endlich erkannte jemand seine wichtige Funktion! Immer wieder sprachen das Haus und die Familie miteinander, um so gemeinsam zu wachsen und sich gegenseitig eine warme Heimat geben zu können. Und alle Menschen, die auf ihrem Weg an diesem alten Bauernhaus vorbeikamen, ergötzten sich an dem Anblick der immerwährenden Blütenpracht und reichhaltigen Tierwelt, dem einladenden Eingang, den wunderschön gestalteten Fenstern, in denen abends eine heimelige Kerzenflamme ihr Licht wies... leise Klaviermusik an ihre Ohren drang... leises Kindergetrappel ihre Herzen erfreute... und sie träumten davon, irgendwann in ihrem Leben eine ebenso schöne Heimat zu finden.... Und an vielen Abenden saßen in einiger Entfernung Menschen auf Bänken unter der alten Linde oder auf dem moosigen Grund unter der alten Eiche und schauten verstohlen und sehnsuchtsvoll zum Haus hinüber und tankten Kraft beim Anblick dieser Oase, bevor sie in ihre kalte, leblose Steinwelt zurückkehrten ... Copyright by Christine Maas, Hamburg den 16.01.2008
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